Seit der Cebit 1999 hat es sich auch außerhalb der Fachpresse herumgesprochen, daß im Netzwerk-Server-Bereich das Betriebssytem Linux eine ernsthafte Konkurrenz für das Microsoft-Monopol darstellt.
Linux ist heute ein Muß, wenn es im Bildungsbereich um das Thema Netzwerk geht. Bis vor wenigen Jahren galt es als undenkbar, daß ein industrielles, komplexes Betriebssystem wie Unix im Umfeld Schule eine andere Rolle als die der berühmten "Black Box" für Datei- und Druckdienste spielen würde. Eine Dokumentation oder einen Hilfetext verständlich zu schreiben war in der alten Unix-Generation verpönt - und von den meisten Herstellern auch nicht erwünscht.
Dies änderte sich gründlich, als das USENET (Newsgroups - Diskussionsforen im Internet) einen Verfügbarkeitsgrad erreicht hatte, der einer neuen DV-Generation die weltweite, zeitnahe und ortsunabhängige, schriftliche Kommunikation ermöglichte. Als wir 1991 im Rechenzentrum der TU Berlin das erste Linux installierten, war uns als Informatikstudenten schnell klar: das wird das System der Zukunft werden. Mit seinen paar hundert Kernentwicklern und mehreren tausend Programmautoren, die über den Globus verstreut leben und sich in der Regel noch nie gesehen haben, ist Linux heute das erste, weltweit erfolgreiche Produkt aus dem Internet.
Wesentliche Eigenschaften, die Linux von anderen Betriebssystemen abheben:
Es lohnt sich also, Linux zu lernen und anzuwenden.
Unter den o.g. Voraussetzungen gibt es auch keinen vernünftigen Grund mehr, Schülerinnen und Schülern den "Root-Prompt" (Systemverwalterrechte) zum Lernen vorzuenthalten. Im Gegenteil: Wir sind der Meinung, daß sich erst dadurch der Bildungsvorsprung der Projektteilnehmer beim Übergang von der Schule zum Beruf einstellt.
Der Fairneß und Vollständigkeit halber soll nicht unerwähnt bleiben, daß es neben Linux auch noch andere freie, vollkommen ebenbürtige Unix-Systeme wie z.B. FreeBSD gibt.