Kernbestandteil des DV-didaktischen Konzeptes für die Schülerfirma THINK-AG ist nicht die Beschäftigung mit Heimcomputern, sondern die Erlangung von Internet-Kompetenz. Hierzu bedarf es eines stabilen und modernen Systems, denn Frust am Computer ist kein guter Partner in einer auf das Internet ausgerichteten Lern- und Arbeitsumgebung.
Beispiel:
Zur kooperativen Erstellung
einer Online-Schülerzeitung ist es wichtig, daß das Publizieren
im Netzwerk mit einem HTML-Editor oder Web-Publisher gemeinsam erlernt wird.
Die
Kenntnisse eines Textverarbeitungsprogrammes sind hier nachrangig gegenüber
dem Verständnis der Funktionsweise von Online-Publikationen und dem
Erproben von Methoden, eine solche Zeitung im Internet bekanntzumachen.
Die Techniker im Projekt werden die anspruchsvolle Aufgabe zu bewältigen
haben, die WWW-Server zu konfigurieren. Diese Aufgaben sind mit Windows-PCs
nicht oder nur sehr eingeschränkt zu bewerkstelligen.
Die Netzwerk-Clients dienen der Schülerfirma sowohl als Einnahmequelle wie auch als Lernwerkzeuge. Jede neue Benutzerin wird zentral auf dem Netzwerk-Server eingetragen und verwaltet. Sie erhält von der Schülerfirma einen User-Namen, ein Paßwort, eine Email-Adresse und eine persönliche WWW-Adresse auf dem Server www.think-ag.net. Zur Internet-Kompetenz zählt dabei nicht zuletzt auch die Datenschutz-Thematik, die praktisch am Thema der Benutzeradministration eingeführt wird.
Die ersten Netzwerk-Clients werden noch von LETRAS vorkonfiguriert (NFS, NIS, xdm, fvwm95). Sie basieren konzeptionell auf der im Campus- und Bibliotheksbereich entwickelten Technik des "Open Desktop Environment" und stellen gegenüber Windows-PCs eine stabile und sichere Alternative dar. Egal, auf welcher Station sich ein Benutzer anmeldet, er erhält innerhalb weniger Sekunden seinen individuell konfigurierten Desktop. In einem Workshop sollen die technisch versierteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Schülerfirma lernen, wie sie einen Linux-Client so in das Netzwerk einbinden, daß ihn alle auf dem Server eingetragenen Benutzerinnen gleichermaßen nutzen können.
Die erfolgreiche Bewältigung dieser ersten großen Hürde setzt die kooperative Moderation zwischen den Schülern, der Projektleitung und den Know-How-Quellen voraus. Diese Kooperation erstellt dabei auch den Evaluationsrahmen für Konzept und Umsetzung des Projektes.