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Pressemitteilung zur Eröffnung des Internet-Cafés der Schülerfirma THINK-AG
Die zentrale Tätigkeit bei der Aneignung von Wissen ist nicht das Lehren mit seinem Überbau an methodischem und philosophischem Diskurs, sondern das Lernen. Lehren ist in diesem Zusammenhang nur insofern von Bedeutung, als es das Lernen befördert.
Das hier vorgestellte Projekt hat sich viel vorgenommen. Es basiert auf einem gemeinsam von Pädagogen und Informatikern im Jahr 1996 erstellten Konzept und möchte für das Themengebiet ,,Neue Medien" nicht nur den Nachweis erbringen, daß projektorientiert erfolgreicher gelernt werden kann, sondern auch anregen, die didaktische Diskussion der 70er und 80er Jahre beim Thema ,,Internet" wieder aufzugreifen.

Unter dem Arbeitstitel ,,Schüler ans Netz" entsteht hier eine didaktische Zukunftswerkstatt, in welcher die Lernenden als Subjekte das Zentrum der Veranstaltung bilden. Durch das Konstrukt Schülerfirma, die in Eigenverantwortung ein Internet-Café betreibt, setzt die Vorbereitung auf den Übergang von der Schule zum Beruf fachlich wie methodisch bei den Anforderungen an, die uns die Perspektive des ,,Lifelong Learning" beschert.

Fachlich setzen wir dabei bewußt auf das freie Betriebssystem Linux, welches sich mit der Cebit ´99 auch in der breiten Öffentlichkeit gegen das Microsoft-Monopol etabliert hat. Mit einer von LETRAS angepaßten Administrations-Software können auch Jugendliche den stufenweisen Einstieg in die komplexe Welt der Unix-Netzwerke finden. Dabei wird die Technik nicht zum Selbstzweck, sondern der ,,Computer als Werkzeug" steht im Vordergrund. Diese Rolle kann er allerdings nur dann erfolgreich ausfüllen, wenn die Technik auf dem neuesten Stand ist und Lernprozesse gefördert werden, die zur sukzessiven Beherrschung des Werkzeuges führen.

Das methodische Konzept baut auf dem enormen Potential des eigenmotivierten Lernens auf. Die Schule, der Schülerclub BREAK sowie LETRAS verstehen sich in erster Linie als Moderatoren eines Prozesses, in dem die Schüler eigenständig entscheiden, was getan respektive gelernt wird.

Der Titel ,,Schüler ans Netz" wurde in Analogie zum Projekt ,,Schulen ans Netz" mit Vorsatz, jedoch mit umgekehrten Vorzeichen, gewählt. "Schulen ans Netz" konnte aus zwei Gründen den immensen, finanziellen Aufwand nicht rechtfertigen:

  1. Die Lehrer wurden völlig unvorbereitet mit der Herausforderung zur Integration des Internet in den Schulalltag konfrontiert. Man hatte schlicht vergessen, daß auch Lehrer den Umgang mit dem Internet erst erlernen müssen, um Methoden erfolgreichen Lehrens mit dem neuen Medium zu entwickeln.
  2. Die Telekom trat zwar einerseits als Hauptsponsor des Projektes ,,Schule ans Netz" auf, verzichtete jedoch nicht auf die volle Berechnung der Online-Gebühren an die Schulen. Die Telefonrechnung konnte dabei regelmäßig DM 500.- pro Monat überschreiten. Dies führte zu der paradoxen Situation, daß die Schuldirektoren um so mehr Probleme mit dem Projekt hatten, je erfolgreicher die Einzelprojekte an der Schule verliefen, denn ein Sponsoring oder ein Haushaltstitel für die Online-Gebühren waren bei ,,Schulen ans Netz" nicht vorgesehen.
Mit dem Projekt ,,Schülerfirma THINK-AG" soll ein Lernumfeld geschaffen werden, in welchem zum Einen die Kosten einer günstigen analogen Standleitung unabhängig von der Nutzungsintensität konstant sind, zum Anderen die Schüler selbst das Neue erobern können und über ihren Bedarf an fachlicher Unterstützung eigenständig entscheiden.

Das Systemhaus LETRAS unterstützt dieses Projekt und den Schülerclub BREAK mit Technik, Know-How und Erfahrung aus großen, landesweiten EDV-Projekten, in welchen sich das Lernen stets als Schlüsselfaktor für den meßbaren Erfolg erwies.

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Juni 1999
LETRAS